Liberale Schwule und Lesben enttäuscht über mittelalterliche Ansichten zur Homosexualität in Tschechien

Liberale Schwule und Lesben enttäuscht über mittelalterliche Ansichten zur Homosexualität in Tschechien

Die Liberalen Schwulen und Lesben in Deutschland sind verärgert über jüngste Äußerungen hochrangiger Politiker in Tschechien. Homosexuelle seien abnorme Mitbürger, die in der Zerstörung der Gesellschaft einen heiligen Fortschritt sehen, meinte der Vizekanzler Tschechiens Petr Hajek. „Diese Frechheit darf in einem als liberal geltenden Land wie Tschechien nicht hingenommen werden. Wir fordern Vizekanzler Petr Hajek auf, sich öffentlich zu entschuldigen.“, so der LiSL-Bundesvorsitzende Manfred DONACK. „Intoleranz und Schüren von Ängsten gegen Homosexuelle dürfen in der heutigen Zeit nicht zugelassen werden. Wir erwarten deshalb eine Distanzierung von Präsident Klaus.“, gibt Manfred DONACK an. Weiter hofft der Bundesvorsitzende, dass sich immer mehr Politiker für Schirmherrschaften von CSD’s und Gay Prides bereit erklären und damit für Gleichberechtigung, Akzeptanz und Miteinander öffentlich einstehen. „Tschechien muss die Europäische Menschenrechtskonvention und die Grundrechtecharta einhalten und darf ihre homosexuellen Bürgerinnen und Bürger nicht diskriminieren. Die Zeiten von Diskriminierung und Verfolgung müssen ein für allemal vorbei sein.“, fordert Manfred DONACK.

LiSL meets LSVD

LiSL Berlin meets LSVD Berlin

podium

In einer gemeinsamen Diskussionsveranstaltung mit dem LSVD Berlin stellten die Liberalen Schwulen und Lesben am 08. August die liberalen Positionen bezüglich der LGBT* Politik da. In der von Helmut Metzner moderierte Diskussion stellten Michael Kauch MdB, Christoph Meyer MdA und Sebastian Ahlefeld, Landesvorsitzender der LiSL Berlin, bundes- und landespolitische Erfolge und Ziele dar. Kauch ging explizit auf die zahlreichen Erfolge der schwarz-gelben Koalition ein und verdeutlichte Schwierigkeiten mit dem konservativen Koalitionspartner hinsichtlich der von den Liberalen angestrebten Gleichstellung im Einkommensteuerecht für eingetragene Lebenspartner und dem vollen Adoptionsrecht. Auch auf außenpolitische Initiativen von Außenminister Westerwelle und Entwicklungshilfeminister Niebel wurde eingegangen. Meyer und Ahlefeld führten die Wichtigkeit der verbindlichen Verankerung von LGBT* Themen im Schulunterricht und einer Fortbildung des Lehrpersonals an. An Schulen muss gewährleistet sein, dass Schüler unabhängig von ihrer sexuellen Identität respektiert und toleriert werden. Die FDP Berlin macht sich weiterhin für die Verhinderung von Gewalt und eine Verstärkung des Opferschutzes stark. LGBT*s müssen sich in allen Bezirken frei bewegen können, ohne sich vor Gewalttaten fürchten zu müssen, so Meyer.

LiSL Berlin beim Parkfest Friedrichshain

LiSL Berlin beim Parkfest Friedrichshain am 20. August 2011

Die Berliner CSD-Saison wird traditionell mit dem gemütlichen Sommerfest im Freiluftkino zwischen Prenzlauer Berg und Friedrichshain ausgeläutet. Dieses Jahr hatte Petrus zumindest dafür eine gütigere Neigung als beim Straßenfest und so waren die Liberalen Lesben und Schwulen froh, einen schattigen Platz in der Nähe des Eingangs zu besetzen. Durch den liberalen Sonnenschirm und unsere neue riesige Beachflag (und es kommt doch auf die Größe an) waren wir aber gut sichtbar und kamen mit zahlreichen Besuchern ins Gespräch.

Die Themen waren von der nahenden Abgeordnetenhauswahl bestimmt und so konnte man sich mit schwulen, lesbischen und transX Besuchern über Bildungspolitik, Milieuschutz und Bürokratieabbau genauso unterhalten wie über „Homothemen“. Die Spülschwämme der Partei waren bei den Standbesuchern sehr beliebt. Ob der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit bei seinem Besuch am Stand nicht auch davon einen eingesteckt hat?

Bei strahlendem Sonnenschein und musikalischer Unterhaltung, gelegentlichen Showeinlagen auf der Bühne nutzen wir die Gelegenheit, mit Vereinen und Selbsthilfegruppen ins Gespräch zu kommen, um deren Belange auch in Zukunft politisch zu berücksichtigen und gemeinsam für ein lebens- und liebenswertes, weltoffenes und tolerantes Berlin zu arbeiten.