Offener Brief: Berliner CSD e.V. lässt Community außen vor

Diskutieren. Entscheiden. Verändern.

An den Vorstand des Berliner CSD e. V.

Der Berliner „Christopher Street Day“ hat national und international eine große Bedeutung und Strahlkraft. Wir begrüßen es grundsätzlich, dass der Berliner CSD e.V. den Gedanken „Back To The Roots“ in diesem Jahr aufgreifen will, denn in 35 Jahren hat sich der CSD stetig mit der Community weiter entwickelt. Er ist zum Symbol der öffentlichen Demonstration für gleiche Rechte von lesbischen, schwulen, bisexuellen, transgender-, trans- und intergeschlechtlichen Menschen geworden.

Als queerpolitische Vertreter_innen der demokratischen Parteien haben wir in den letzten Jahren im Rahmen des CSD und der Pride Week für die Rechte der Community mit demonstriert.

Wir sind der Meinung, dass die zukünftige Weiterentwicklung des Christopher Street Day von der gesamten Community getragen werden muss. Deshalb sind wir irritiert über den Prozess, der zum Beschluss des Berliner CSD e. V. geführt hat, den Demonstrationszug in „Stonewall Parade“ umzubenennen.

Ein bereits intern vorbereiteter Beschluss, der kurzfristig und nur formal innerhalb einer Sitzung eingebracht und abgestimmt wurde, ohne die Community und die beteiligten Vereine, Verbände und Parteien in den Entstehungsprozess einzubeziehen, ist unzureichend. Ein kleines Gremium entscheidet über die Namensänderung einer Gemeingutveranstaltung, mit der sich Hundertausende identifizieren?

Wir sagen Nein und fordern den Vorstand des Berliner CSD e. V. auf, unverzüglich eine öffentliche Diskussion einzuleiten und damit die endgültige Entscheidung über die Zukunft des CSD in einem demokratischen Prozess und unter Einbeziehung aller CSD- Vereinsmitglieder, anderer beteiligter Vereine und Organisationen sowie Parteien von der und für die gesamte(n) Queer-Community abhängig zu machen.

Arbeitsgemeinschaft Lesben und Schwule in der Berliner SPD (Schwusos Berlin) Arbeitskreis Lesben und Schwule in der Union – LSU Berlin Landesarbeitsgemeinschaft DIE LINKE. queer Berlin-Brandenburg Landesarbeitsgemeinschaft QueerGrün Berlin von Bündnis 90/Die Grünen Berlin Liberale Schwule und Lesben (LiSL)

Umbau des CSD-Berlin

Die Liberalen Schwulen und Lesben – Berlin sehen das Vorhaben des CSD e.V. sehr kritisch.

Jedes Jahr kommen tausende von Touristen nach Berlin, um gemeinsam bei diesem bunten Spektakel für gleiche Rechte und für mehr Toleranz in unserer Gesellschaft zu demonstrieren. Dafür ist der Berliner CSD weltweit bekannt und beliebt. Durch Reformen dieser Art wird diese Veranstaltung nicht politischer, sondern es droht ihr der Anfang vom Ende.

Eine Demonstration in diesem Ausmaße wird nicht politischer, wenn man den Namen ändert, sondern wenn man alle Beteiligten mit ins Boot holt.

Der Berliner CSD e.V. hat hiermit über die Köpfe der Community entschieden und somit eine Welle des Entsetzens unter den vielen langjährigen Teilnehmer hervorgerufen.

Sebastian Ahlefeld

Nicola Beer zum Outing von Thomas Hitzlsperger

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© Alexander von Michalewsky

„Es ist anerkennenswert, dass Thomas Hitzlsperger diesen Schritt geht. Damit macht er deutlich, dass Homosexualität in Sport und Gesellschaft zum Alltag gehört. Es ist bedauerlich, dass ein solches Bekenntnis in der heutigen Zeit noch notwendig ist, um für Toleranz und Akzeptanz zu werben. Beides sollte eine Selbstverständlichkeit sein.“

LiSL- Berlin auf der europäischen Bühne

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Bildergalerie bei Flickr

In den letzten drei Tagen hat eine Gruppe von LiSL- Berlin sich mit internationalen Vertretern für LGBTI- Rechte getroffen. Auftakt war eine Veranstaltung in der Landesvertretung Berlin. Mit Vertretern aus dem Europäischen Parlament, der Europäischen Kommission und der Bundesnotarkammer wurde über die Gleichbehandlung gleichgeschlechtlicher Paare im Güterkollisionsrecht gesprochen. Bei einem Treffen mit unserer Gastgeberin Europaabgeordnete Alexandra Thein konnten die Teilnehmer mehr über ihre Arbeit im Parlament erfahren, dabei hat sie sich in den vergangenen fünf Jahren besonders für die LGBTI- Rechte in Europa stark gemacht. Des Weiteren wurde mit Vertretern der NGO’s ILGA (Equality for lesbian, gay, bisexual, trans and intersex people in Europe) und the European Network of Equality Bodies über die Rechte von LGBTI, Abbau von Diskriminierung, Menschenrechte und deren Entwicklung in Europa gesprochen. Zwei Vertreter der europäischen liberalen Partei ALDE (Alliance of Liberals and Democrats for Europe Party) habe uns über das neue Projekt LGBTI- Network der Partei berichtet. LiSL- Berlin konnte mit dieser Reise sein Netzwerk auf internationale Ebene aufbauen und bleibt auch nach den erfolgreichen Gesprächen mit den neu gewonnen Partnern in Kontakt.

Sebastian Ahlefeld
Landesvorsitzender LiSL- Berlin

Zur verlorenen Bundestagswahl

Liebe Mitglieder und Freunde von LiSL- Berlin,

die verlorene Bundestagswahl und der Nichtwiedereinzug in das Deutsche Parlament ist für die FDP und ihre Mitglieder ein schwerer Schock. Dies ist nicht das Ergebnis eines schlechten Wahlkampfes, sondern das Ergebnis von vier Jahren schlechter Führung in der FDP. In den kommenden Wochen wird in der FDP auf Bundes- und Landesebene viel passieren. Viele Mitglieder sind frustriert und verärgert, aber die meisten sind voller Tatendrang, die vorhanden Trümmer wieder neu aufzubauen. Viele Liberale wollen an dem Prozess zum Aufbau einer neuen und moderneren FDP mitwirken. In den nächsten vier Jahren entscheidet sich die Zukunft für die einzige liberale Partei Deutschlands und wie es mit ihr weiter geht. Auch für die liberalen Vorfeldorganisationen werden es vier spannende und schwere Jahre.

Ebenso für LiSL wird es schwieriger werden, mit Organisationen, Verbänden und der Gesellschaft zusammen zu kommen. Dies bedeutet für uns mehr Arbeit, aber auch die Chance, LiSL stärker in die FDP einzubinden.

So wie es in den nächsten Wochen in den Ländern und im Bund die Diskussionen geben wird, wie es mit der FDP weiter geht, müssen auch wir darüber reden, wie die Liberalen Schwule und Lesben sich in den kommenden vier Jahren in diesen Prozess einbringen können.

Daher will ich mich zu unserem nächsten Treffen über diese Chancen des Neuanfangs mit euch austauschen. Freunde und Interessierte sind dabei herzlich willkommen.

Wann: 7.10.13, 19:30 Uhr

Wo: Café Berio, 1. Etage; Maaßenstr. 7, Schöneberg

Sebastian Ahlefeld

Landesvorsitzender LiSL- Berlin